Ulf Stolterfoht: Am I allowed to pop? Friederike Mayröckers Dichten in langsamen Blitzen
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Friederike Mayröcker (1924–2021, Wien) gilt als die Urmutter der deutschsprachigen Avantgarde, als eine Dichterin, deren weit über hundert Bücher so komplex strukturiert und semantisch so schwer zu fassen sind, dass ein ganzes Leseleben nicht ausreicht, um diesen Texten auf die Spur zu kommen. Gleichzeitig aber sind Friederike Mayröckers poetische Werke, schwebende, fast schwerelose Gebilde, die sich, jenseits eines konventionellen Verstehens, geradezu körperlich erschließen. Dabei verwendet Mayröcker auch Strategien, wie wir sie aus der Pop-Musik kennen, ohne aber ihre experimentellen Absichten zu verraten. Denn auch wenn sie populäre Zitate in ihre Gedichte einbaut und ein paar Bandnamen fallen, ist es eben doch so, wie es Dietmar Dath viel später formuliert: »Das Wort Popliteratur bedeutet nicht ›Bücher, in denen Platten vorkommen‹«. Im Frühstücksseminar lesen wir Texte aus Mayröckers Bänden »Tod durch Musen. Poetische Texte« (1966/1973), »Minimonsters Traumlexikon. Texte in Prosa« (1968) und »Fantom Fan« (1971). Die Texte stellt das Literaturhaus, Lust an Mayröckers Sprachkunst bringen Sie mit!

Sebastian Wenzel
